
Ein prozessorientiertes Krankenhaus kennzeichnet sich nicht nur durch ein integriertes Aufnahmekonzept aus, das den Patienten in den Mittelpunkt stellt, auch die Abläufe auf der Station müssen patientenorientiert ausgerichtet werden. Das Pflegeorganisationssystem der Primären Pflege (PP) ist dazu ein geeignetes Pendant, um ein professionelles und kontinuierliches Fallmanagement auf der Stationsebene zu realisieren. Die primäre Pflegekraft ist für die Pflege des ihr zugewiesenen Patienten und für seinen stationären Aufenthalt verantwortlich. Sie führt gemeinsam mit ihm eine professionelle Planung der pflegerischen Maßnahmen und des gesamten Patientenaufenthaltes durch. Sie ist die Koordinatorin des Behandlerteams und erhält somit alle notwendigen Informationen, um einen optimalen und effizienten Behandlungsablauf zu garantieren. Sie begleitet den Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung als Prozessverantwortliche und ist somit als primäre Pflegekraft der Fallmanager.
Um die Prozesse außerhalb und innerhalb der Station zu koordinieren, braucht es die Stationsleitung als Prozesstreiber. Ihre Aufgabe ist es, als Koordinator die Station zu managen und tägliche Absprachen mit den einzelnen Abteilungen wie z. B. dem ZBM und ihren Mitarbeitern auf der Station durchzuführen. Auch ist die Stationsleitung die Schlüsselfigur zur erfolgreichen Umsetzung der „Primären Pflege“ auf der Stationsebene. Bei der Einführung des neuen Pflegeorganisationssystems muss ein besonderes Augenmerk auf die Rolle der Stationsleitung gerichtet werden, die sich im Laufe des Prozesses verändert.
Die Prozessorientierte Aufgabenverteilung (PAV) auf der Stationsebene ist ein weiterer Schritt zur Prozessoptimierung. Mit dem Ziel, die vorhandenen Ressourcen bestmöglich einzusetzen, indem Aufgaben nach der jeweiligen Qualifikation übernommen werden, müssen alle Prozesse in der Patientenbehandlung analysiert und überprüft werden.